Quelle (Originalarbeit)
Rehn T, McGowan RT, Keeling LJ. (2013). "Like owner, like dog": correlation between the owner's attachment profile and the owner-dog bond. PLOS ONE. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0078455
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1. Was fragte die Forschung?
Menschen gehen unterschiedlich auf andere zu. Manche fühlen sich in Nähe wohl; andere fühlen sich belastet, wenn es zu nah wird. In der Psychologie heißen diese Unterschiede „Bindungsstil.“
Diese Studie prüfte, ob der Bindungstil der Halter mit der Bindung zum Hund zusammenhängt. Die Forschenden wollten das nicht nur gefühlsmäßig, sondern per Befragung und Verhaltensbeobachtung prüfen.
2. Wie werden Bindungstile beschrieben?
Die Studie beschrieb menschliche Bindung in drei Haupttypen:
- Sicher: Wohl mit Nähe, hält eine ausgewogene Beziehung
- Ängstlich: Sorgt sich, dass der andere geht, sucht tendenziell Bestätigung
- Vermeidend: Unbehagen bei zu viel Nähe, bevorzugt Unabhängigkeit
Die Halter bewerteten in einer Befragung ihren eigenen Bindungstil. Sie beantworteten auch Fragen zur Beziehung mit dem Hund—z. B. wie nah sie sich fühlten, wie sehr sie emotional auf den Hund vertrauten.
3. Wie wurde das Verhalten beobachtet?
Einige Halter und Hunde wurden in einer Versuchssituation beobachtet. Die Forschenden schauten, wie der Hund reagierte, wenn er kurz vom Halter getrennt und dann wieder zusammengeführt wurde.
- Zeigte der Hund beim Getrenntsein Angst?
- Wie viel Freude zeigte der Hund bei der Wiedervereinigung?
- Inwiefern handelte der Hund so, dass er sich auf den Halter verließ?
Diese Beobachtungen wurden zusammen mit den Befragungsergebnissen ausgewertet.
4. Welche Unterschiede zeigten sich?
Ängstliche Bindung
Halter mit ängstlichem Stil berichteten tendenziell von einer sehr starken Bindung zum Hund. Sie schauten oft nach dem Hund, wollten ihn nah bei sich und berichteten von einer tiefen emotionalen Verbindung. Es konnten aber auch Sorge und Überabhängigkeit auftreten.
Vermeidende Bindung
Vermeidende Halter berichteten tendenziell von einer schwächeren emotionalen Bindung zum Hund. Das heißt nicht, dass sie den Hund nicht liebten; es deutet auf eine andere Art hin, die Beziehung auszudrücken und zu pflegen.
Sichere Bindung
Sichere Halter zeigten eine ausgewogenere Beziehung: nah am Hund, aber nicht übermäßig ängstlich und ohne übertriebene Distanz.
5. Warum könnten diese Ergebnisse entstehen?
Hunde reagieren sensibel auf Gesicht, Stimme und Körper des Halters. Ist der Halter angespannt, kann es der Hund auch werden; ist der Halter ruhig, kann der Hund sich sicherer fühlen. Wie der Halter zu anderen steht, kann auch beeinflussen, wie oft und wie er mit dem Hund interagiert. Die Beziehung wird also nicht von einer Seite allein gemacht—sie wird von beiden aufgebaut.
6. Was diese Studie nicht aussagt
Diese Studie beweist keine Kausalität. Man kann nicht sagen, ob der Bindungstil des Halters das Verhalten des Hundes veränderte oder das Verhalten des Hundes die Bindung des Halters stärkte. Weitere Forschung ist nötig.
7. Was wir mitnehmen können
Die Bindung zu einem Hund entsteht nicht an einem Tag. Die Art des Halters, sich zu beziehen und Gefühle auszudrücken, und die täglichen Interaktionen summieren sich mit der Zeit. Den Hund zu verstehen hängt auch damit zusammen, zu verstehen, wie wir selbst Beziehungen eingehen. Hunde sind nicht einfach „wie ihre Halter“—man kann sie als Wesen sehen, die eine Bindung bilden, indem sie lernen, wie der Halter sich bezieht.
Bindung zeigt sich im Verhalten, nicht nur im Gefühl
Ein wichtiger Punkt dieser Arbeit ist, dass die Forschenden nicht nur fragten: „Wie nah fühlen Sie sich Ihrem Hund?“ Sie schauten auch, wie der Hund sich tatsächlich bei Trennung und Wiedervereinigung verhielt. So versuchten sie im Verhalten zu erfassen, was sich schwer in Worte fassen lässt. Wenn wir jemandem vertrauen, können wir relativ gelassen warten; wenn wir sehr ängstlich sind, kann selbst eine kurze Trennung groß wirken. Ähnliche Muster können in der Beziehung zum Hund auftreten.
Kurz gesagt
Bindungsstil des Halters und Halter–Hund-Bindung waren statistisch verknüpft. Über die Beziehung zu Ihrem Hund nachzudenken hängt auch damit zusammen, darüber nachzudenken, wie Sie selbst Beziehungen eingehen.
Quelle (CC BY 4.0)
Rehn T, McGowan RT, Keeling LJ. (2013). "Like owner, like dog": correlation between the owner's attachment profile and the owner-dog bond. PLOS ONE. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0078455
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