Quelle (Originalarbeit)
Wells DL, Treacy KR. (2024). Pet attachment and owner personality. Frontiers in Psychiatry. https://doi.org/10.3389/fpsyt.2024.1406590
Dieser Artikel ist unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0) veröffentlicht. Sie dürfen ihn bei angemessener Quellenangabe teilen, wiederverwenden und verbreiten.

1. Warum wurde diese Forschung durchgeführt?

Manche Menschen sind sehr an ihr Haustier gebunden; andere lieben es, halten aber etwas Abstand. Die Forschenden vermuteten, diese Differenz könnte mit der Persönlichkeit des Halters zusammenhängen. Frühere Arbeiten betrachteten oft die Big Five (Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit, Neurotizismus) und Haustierbindung. Diese Studie bezog auch die „dunkle Triade“ (Machiavellismus, Narzissmus, Psychopathie) ein—nicht als moralisches Etikett, sondern als Persönlichkeitsdimensionen in der Psychologie. Diese hängen mit emotionaler Distanz zusammen; das Team fragte sich, ob sie mit der Stärke der Bindung an Haustiere zusammenhängen. Sie wollten den Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und Haustierbindung klären.


2. Wie wurde die Studie durchgeführt?

Im Mai–Juni 2023 wurde eine Online-Befragung mit Hunde- und Katzenhaltern weltweit durchgeführt. Die Auswertung nutzte 938 Antworten (etwa 81 % Hund, 19 % Katze). Abgefragt wurden Demografie, Tierart und Besitzdauer, Big Five und dunkle Triade (Kurzversionen) sowie Stärke der Haustierbindung (Lexington-Skala—z. B. „Ich sehe mein Haustier als Freund“, „Ich vermisse mein Haustier, wenn wir getrennt sind“). Das Team prüfte, welche Persönlichkeitsmerkmale mit stärkerer Bindung zusammenhängen und welche Rolle Alter, Geschlecht und Tierart spielten.


3. Was wurde gefunden?

Höherer Neurotizismus und höhere Gewissenhaftigkeit gingen mit höheren Werten für Haustierbindung einher. Machiavellismus zeigte eine schwache positive Korrelation, sagte die Bindung in der Hauptanalyse aber nicht klar vorher; Narzissmus und Psychopathie waren nicht bedeutsam verknüpft. Frauen, Menschen ab 51, Menschen mit minderjährigen Kindern und Hundehalter hatten tendenziell höhere Bindungswerte als Katzenhalter. Das Team merkte an, dass sehr starke Bindung nicht immer „gut“ ist—andere Studien fanden, dass sehr hohe Haustierbindung mit stärkerer Depression oder Angst einhergehen kann; der Zusammenhang zwischen „wie gebunden“ und „psychische Gesundheit“ ist also nicht einfach. Sie rieten, auch auf die Qualität der Beziehung zu achten.


4. Was wir mitnehmen können

Die Studie sagt nicht, dass bestimmte Persönlichkeiten Haustiere haben sollten oder nicht. Sie zeigt, dass wie stark wir uns an ein Haustier binden mit der Persönlichkeit variieren kann und dass Neurotizismus und Gewissenhaftigkeit mit dieser Differenz zusammenhängen. Sehr an ein Haustier gebunden zu sein ist für viele natürlich; es kann helfen, zu reflektieren, wie diese Beziehung zur psychischen Gesundheit passt. Da es eine einmalige Befragung war, lassen sich Ursache und Wirkung nicht trennen; am besten versteht man es als „Persönlichkeit und Stärke der Haustierbindung können zusammenhängen.“


Kurz gesagt

Persönlichkeit des Halters und Stärke der Haustierbindung können zusammenhängen. Höherer Neurotizismus und Gewissenhaftigkeit sowie Hundehalter sein, weiblich, 51+ oder minderjährige Kinder zu haben gingen mit stärkerer Haustierbindung einher. Die dunkle Triade war nicht klar mit der Bindungsstärke verknüpft. Sehr an ein Haustier gebunden zu sein ist natürlich, aber es kann helfen, zu reflektieren, wie diese Beziehung zur psychischen Gesundheit passt.


Quelle (CC BY 4.0)
Wells DL, Treacy KR. (2024). Pet attachment and owner personality. Frontiers in Psychiatry. https://doi.org/10.3389/fpsyt.2024.1406590
© 2024 The Authors. Published under the Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0).