Quelle (Originalarbeit)
Tanaka A, et al. (2025). Dog ownership enhances anchored personal relationships and sense of community: A comparison with incidental interactions and friendships. PLOS ONE. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0336957
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1. Warum wurde diese Forschung durchgeführt?

Mit einem Hund trifft man beim Gassigehen oft Leute—„Was für ein süßer Hund“, „Wie heißt er?“—und plaudert kurz mit Fremden. Geht das über gelegentliche Grüße hinaus zu Beziehungen, die wir wirklich als nah empfinden, oder einem Gefühl, zur Nachbarschaft zu gehören? Das wollten die Forschenden wissen. Sie wollten auch prüfen, ob der Effekt bei Hunden, Katzen oder anderen Tieren unterschiedlich ist. Dafür befragten sie Menschen in Tokio, ob Hundehalter stärker „verankerte“ Beziehungen haben (Menschen, die man oft im gleichen Kontext sieht und kennt) und ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl als Katzen- oder andere Tierhalter, und ob das mit der Idee „ein Haustier reduziert Einsamkeit“ zusammenhängt.


2. Wie wurde die Studie durchgeführt?

377 Personen in Tokio nahmen an der Befragung teil (Hundehalter, nur Katzen, andere Haustiere, keine Haustiere). Gefragt wurde nach Haustierbesitz, wie oft es zufällige Gespräche oder Grüße im Alltag gab, wie viele verankerte Beziehungen bestanden (Menschen, die man oft am gleichen Ort oder in der gleichen Gruppe sieht und kennt) und das Gemeinschaftsgefühl (Teil der Nachbarschaft, mit Nachbarn verbunden). Das Team prüfte, ob Hundehaltung mit verankerten Beziehungen oder zufälligem Kontakt zusammenhängt und ob dieser Zusammenhang bei Katzen oder anderen Tieren anders war.


3. Was wurde gefunden?

Hundehalter hatten tendenziell mehr verankerte Beziehungen und ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl als Nicht-Halter. Der Zusammenhang zwischen Hundehaltung und Gemeinschaftsgefühl schien eher von mehr verankerten Beziehungen zu kommen als von mehr zufälligen Begegnungen. Beziehungen aufzubauen, in denen man dieselben Menschen oft sieht und kennenlernt, hing also stärker mit „Teil der Nachbarschaft sein“ zusammen als nur viele zu grüßen. Bei Katzen- oder anderen Tierhaltern war dieser Zusammenhang weniger klar. Die Forschenden vermuten, dass Hunde wegen der nötigen Gassigänge dazu führen, dieselben Nachbarn auf derselben Route zu treffen und „bekannte“ Beziehungen aufzubauen, die das Gemeinschaftsgefühl stützen.


4. Warum könnte nur bei Hunden dieser Effekt auftreten?

Katzen bleiben oft drinnen, daher gibt es seltener Gelegenheit, dieselben Nachbarn draußen regelmäßig zu treffen. Hunde brauchen meist mindestens ein- bis zweimal täglich Auslauf, daher begegnen Halter natürlicherweise denselben Gesichtern zu ähnlichen Zeiten und Orten. Aus Grüßen können „Leute aus der Nachbarschaft“ werden. Die Studie wurde in einer Stadt (Tokio) und zu einem Zeitpunkt durchgeführt; man kann nicht sagen, ob Hundehaltung die Beziehungen verursachte oder ob Menschen, die ohnehin gern unter Leuten sind, eher Hunde haben.


5. Was wir mitnehmen können

Die Studie sagt nicht, dass ein Hund einen immer näher an Nachbarn bringt. In dieser Tokioter Stichprobe war Hundehaltung aber mit dem Aufbau von Beziehungen über lockere Grüße hinaus und mit einem stärkeren Zugehörigkeitsgefühl verknüpft. Ein Hund kann ein Anlass sein, öfter rauszugehen und Nachbarn zu sehen. Die Studie ist eine nützliche Referenz, um darüber nachzudenken, wie Gassigänge mit dem Hund Beziehungen und Gemeinschaftsgefühl fördern können.


Kurz gesagt

Hundehaltung war mit Beziehungen, in denen man dieselben Menschen oft trifft (verankerte Beziehungen), und einem Zugehörigkeitsgefühl zur Gemeinschaft verknüpft; bei Katzen oder anderen Tieren war dieser Zusammenhang weniger klar. Gassigänge können über lockere Grüße hinaus bekannte Beziehungen und ein Gefühl der Verwurzelung in der Nachbarschaft aufbauen.


Quelle (CC BY 4.0)
Tanaka A, et al. (2025). Dog ownership enhances anchored personal relationships and sense of community. PLOS ONE. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0336957
© 2025 The Authors. Published under the Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0).