Quelle (Originalarbeit)
Hawkins RD, Ellis A, Robinson C. (2025). Exploring the connection between pet attachment and owner mental health: The roles of owner-pet compatibility, perceived pet welfare, and behavioral issues. PLOS ONE. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0314893
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1. Warum wurde diese Forschung durchgeführt?

Vielleicht haben Sie gehört: „Ein Haustier zu haben macht uns zufriedener.“ Die Forschungsergebnisse sind jedoch uneinheitlich—manche deuten auf Nutzen hin, andere finden keinen Unterschied oder sogar mehr Belastung. Die Forschenden vermuteten, der Grund könnte nicht nur „Haustier ja oder nein“ sein, sondern welche Art von Beziehung wir zum Tier haben. Sie betrachteten den Bindungstil (wie nah wir sein wollen oder ob wir Distanz halten), wie gut wir mit dem Tier „zusammenpassen“ (Kompatibilität) und ob das Tier zufrieden wirkt und ob Verhaltensprobleme bestehen. Sie wollten prüfen, ob die „Qualität“ der Beziehung wichtiger sein könnte als das Faktum, ein Haustier zu haben.


2. Wie wurde die Studie durchgeführt?

600 Haustierhalter im Alter von 18–26 Jahren im Vereinigten Königreich nahmen an einer Befragung teil (nur Hunde, nur Katzen). Abgefragt wurden Bindungstil, wie gut sie in Aktivität und Alltag zum Tier passten, ihre Einschätzung von Lebensqualität und Verhaltensproblemen des Tieres sowie eigene Angst und Stimmung. Das Team nutzte diese Werte, um zu prüfen, wie Bindung, Kompatibilität und wahrgenommenes Tierwohl mit der psychischen Gesundheit zusammenhängen.


3. Was wurde gefunden?

Hundehalter zeigten tendenziell sicherere Bindung zum Haustier als Katzenhalter. Unsichere Bindung ging mit geringerem wahrgenommenem Tierwohl, mehr berichteten Verhaltensproblemen und geringerer Kompatibilität einher. Bei Hunden: Je mehr der Halter das Tier als ängstlich oder traurig oder mit Verhaltensproblemen einschätzte, desto schlechter fielen die Werte für psychische Gesundheit des Halters aus; bei Katzen war dieser Zusammenhang weniger klar. Kompatibilität mit dem Hund, besonders in Zuneigung und Körperkontakt, schien den Zusammenhang zwischen ängstlicher Bindung und schlechterer psychischer Gesundheit abzumildern—die Qualität der Beziehung kann also wichtiger sein als bloß ein Haustier zu haben.


4. Warum könnten diese Zusammenhänge bestehen?

Zeit mit Spielen, Streicheln und Gassigehen kann ein Gefühl von „wir passen zusammen“ aufbauen und die Stimmung beeinflussen. Wirkt das Tier oft angespannt oder hat viele Verhaltensprobleme, können Sorge und Stress des Halters steigen. Es war eine einmalige Befragung, Kausalität lässt sich nicht trennen; sicherer ist es, von „möglicherweise zusammenhängend“ auszugehen.


5. Was diese Studie nicht aussagt

Sie sagt nicht, dass ein Haustier immer gut oder immer schlecht ist. Die Teilnehmenden waren 18–26 Jahre alt und im UK; bei anderen Altersgruppen und Kulturen ist Vorsicht geboten. Die Halter gaben eigene Gefühle an, dasselbe Tier kann von verschiedenen Haltern unterschiedlich wahrgenommen werden.


6. Was wir mitnehmen können

Es kann helfen, nicht nur auf das Tier zu schauen, sondern auf unsere Beziehung und wie wir Zeit miteinander verbringen. Sich zu fragen „Wirkt mein Tier zufrieden?“ oder „Haben wir genug Zeit, die zu uns beiden passt?“ kann ein Anfang sein. Eine Beziehung, die für beide funktioniert, entsteht schrittweise, gemeinsam.


Kurz gesagt

Wie wir uns zum Haustier verhalten, wie gut wir zusammenpassen und ob das Tier zufrieden wirkt können mit der psychischen Gesundheit des Halters zusammenhängen. Wie wir uns binden und wie wir zueinander passen, kann wichtiger sein als bloß ein Haustier zu haben.


Quelle (CC BY 4.0)
Hawkins RD, Ellis A, Robinson C. (2025). Exploring the connection between pet attachment and owner mental health. PLOS ONE. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0314893
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